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Recht im Wandel: Forschung mit Weitblick – Publikationen der Liechtenstein Business Law School im ersten Halbjahr 2025

Recht im Wandel: Forschung mit Weitblick – Publikationen der Liechtenstein Business Law School im ersten Halbjahr 2025

Modernes Gebäude der Universität Liechtenstein mit verglaster Fassade und Außentreppe, umgeben von einer gepflasterten Fläche und Hecken, vor einem klaren blauen Himmel.

Ob Klimaklagen, Stiftungsrecht, Steuerverfahren oder internationale Steuerpolitik – die aktuelle Forschung an der Liechtenstein Business Law School greift zentrale rechtliche Herausforderungen unserer Zeit auf. Im ersten Halbjahr 2025 wurden mehrere wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, die nicht nur durch Fachtiefe und Praxisrelevanz überzeugen, sondern auch internationale Sichtbarkeit schaffen.

 

Eine Auswahl dieser Arbeiten stellen wir hier vor. Am Ende des Beitrags findet sich zudem einen Link zu einer weiteren aktuellen Veröffentlichung mit Bezug zur internationalen Philanthropie.

 

 

Klimaklagen: Ein Risiko für Unternehmen?

 

Weltweit werden immer mehr Klimaklagen gegen Unternehmen eingereicht – insbesondere gegen grosse Treibhausgasemittenten. Ein niederländisches Urteil gegen Shell aus dem Jahr 2021 markierte einen Wendepunkt: Erstmals wurde ein Unternehmen zu konkreten Klimaschutzmassnahmen verpflichtet. Ein aktueller Fachbeitrag von Bernhard Burtscher, Professor für Bank- und Finanzmarktrecht zeigt, dass Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen oft keinen vollständigen Schutz vor solchen Klimaklagen bieten.

 

Burtscher, B. (2025). Versicherungsschutz für Klimaklagen. Versicherung in Recht und Wirtschaft (VRW), 1(1), 4-13.

 

 

Globale Mindeststeuer im Fokus: Neue Studie zeigt Schwächen bei Steuerneutralität

 

An der 4. International Conference on Fiscal Policy and Economic Development in Doha, Katar, präsentierte Niklas Kaiser, Doktorand für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Steuerrecht, die Studie «Tax Neutrality Schemes and GloBE: Interaction, Impact & Options for Policy Reform». Im Zentrum steht die Frage: Ist die globale Mindeststeuer der OECD (GloBE) ein entscheidungsneutrales Unternehmensbesteuerungssystem oder schafft sie neue Verzerrungen? Die Analyse vergleicht die GloBE-Vorgaben mit einem steuerneutralen Referenzsystem mit Eigenkapitalzinsabzug, wie es beispielsweise in Liechtenstein angewendet wird. Das Ergebnis: Durch den Substanzabzug unter GloBE, die soganannte Substance-Based Income Exclusion, entsteht eine systematische Ungleichbehandlung zwischen verschiedenen Branchen. Fazit der Studie: Obwohl die globale Mindeststeuer einzelne Elemente enthält, die sich am Prinzip der entscheidungsneutralen Besteuerung orientieren, weicht sie in ihrer Gesamtausgestaltung davon ab – mit potentiell gesamtwirtschaftlich nachteiligen Folgen.

 

Kaiser, N. (2025). Tax Neutrality Schemes and GloBE: Interaction, Impact & Options for Policy Reform. Presented at the 4th Annual Conference on Fiscal Policy and Economic Developments, Doha, Qatar.

 

 

Wie sich moderne Steuerprüfung verändert – und warum gute Vorbereitung entscheidend ist

 

In seinem Beitrag im neuen Handbuch zur österreichischen Bundesabgabenordnung (BAO) beleuchtet Mag. Dr. Günther Schaunig zusammen mit zwei weiteren Kollegen, wie sich Steuerprüfungen in Österreich verändern – und welche Folgen sie haben können. Es erfolgt eine Auseinandersetzung mit den verschiedenen abgabenrechtlichen Prüfungsmassnahmen, den Verfahrensabläufen sowie den Rechten und Pflichten des Abgabepflichtigen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der steuerstrafrechtlichen Dimension im Zusammenhang mit Steuerprüfungen. Auch der wachsende Einsatz digitaler Technologien durch die Finanzverwaltung kommt zur Sprache.

 

Der Beitrag zeigt, wie wichtig es ist, sich professionell auf Prüfungen vorzubereiten: Denn bei Beanstandungen droht oft ein Steuerstrafverfahren – mit hohen Kosten und weitreichenden Konsequenzen. Der Text macht klar: Eine vernetzte Sicht auf steuerliche Risiken ist heute unerlässlich.

 

Gurtner, W., Papst, S., & Schaunig, G. (2025). Außenprüfungen und verwandte Maßnahmen im Abgaben- und angrenzenden Finanzstrafverfahren. In C. Endfellner & M. Puchinger (Eds.), BAO - Bundesabgabenordnung (4 ed., pp. 175-224). Graz, Austria: dbv-Verlag.

 

 

Die «goldene Mitte» zwischen Wahrheitserforschung im Strafverfahren und Grundrechtsschutz

 

Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmen sind zentrale Instrumente in Strafverfahren – besonders bei komplexen Wirtschaftsdelikten. Ohne Beweise aus der digitalen Welt, etwa aus grossen Datenmengen («Big Data»), sind solche Verfahren heute kaum mehr denkbar. Doch wie lassen sich moderne Ermittlungsmethoden mit dem Schutz der Grundrechte in Einklang bringen?

 

Dieser Frage widmet sich Mag. Dr. Günther Schaunig in seinem aktuellen Beitrag. Er analysiert die Anforderungen, welche die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) an solche Zwangsmassnahmen stellt – insbesondere im Hinblick auf die Verfahrensfairness und den Schutz vor staatlichem Eingriff. Dabei zeigt er auf, wie leicht Grundrechtsverletzungen entstehen können – und wie diese durch eine sorgfältige Anwendung des Rechts vermieden werden können.

 

Besonders praxisnah: Die Analyse stützt sich auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, die auch für Gerichte in Liechtenstein eine wichtige Orientierung bietet.

 

Schaunig, G. (2025). House Searches and Seizures in Criminal Proceedings: The Perspective of an Effective Protection of Fundamental Rights with a Focus on Mobile Devices and Data. University of Vienna Law Review, 9(1), 20-54.

 

 

Spezialvollmacht bei Stiftungsänderungen: Anmerkung zur Entscheidung des österreichischen OGH

 

Dr. Marco Lettenbichler hat in der Österreichischen Jurist:innen Zeitung eine vielbeachtete Urteilsanmerkung zur Entscheidung des österreichischen OGH veröffentlicht. Seine Analyse beleuchtet die Notwendigkeit einer Spezialvollmacht bei Änderungen der Stiftungserklärung und zieht rechtsvergleichende Schlüsse zum liechtensteinischen Stiftungsrecht. Die Publikation unterstreicht die hohe Relevanz der Forschung an der Universität Liechtenstein im Bereich des Stiftungsrechts.

 

Lettenbichler, M. (2025). Spezialvollmacht und Änderung der Stiftungserklärung (Anmerkung zu OGH 20. 9. 2024, 6 Ob 162/23a). Österreichische Jurist:innenzeitung(5), 305-306.

 

 

Neue Rolle der Begünstigten im Trustrecht – Reformvorschlag sorgt für Diskussion

 

Im Rahmen der geplanten Reform des liechtensteinischen Trustrechts rückt unter anderem die Stellung der Begünstigten ins Zentrum der Debatte. In einem aktuellen Beitrag im Journal für Erbrecht und Vermögensnachfolge (JEV) analysiert Prof. Dr. Alexandra Butterstein, LL.M., Professorin für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht, die vorgesehene Einführung eines sogenannten «Informationsberechtigten». Mit dieser Neuerung wird das Ziel verfolgt, Kontrolldefizite in der Trust Governance zu beheben und die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

 

Doch die vorgeschlagene Lösung wirft allgemeine Fragen zur Rechtsstellung der Begünstigten auf: Anstatt die Rechte der Begünstigten zu stärken, verlagert der Reformvorschlag die Kontrolle auf den Informationsberechtigten, womit vom ursprünglichen Modell des angelsächsischen Rezeptionsvorbild abgewichen wird. Alexandra Butterstein plädiert dafür, die geplante Abkehr vom traditionellen Beneficiary Principle zu überdenken und stattdessen eine stärkere Rechtsstellung der Begünstigten gesetzlich zu verankern – optional ergänzt durch die Figur des Informationsberechtigten.

 

Butterstein, A. (2025). Die Rechtsstellung der Begünstigten in der geplanten Reform des liechtensteinischen Trustrechts. Journal für Erbrecht und Vermögensnachfolge (JEV),1 (2025).

 

 

Studie zu den besten Standorten für gemeinnützige Stiftungen und philanthropisches Engagement

 

Zusätzlich begleiteten Prof. Dr. Alexandra Butterstein und Prof. Dr. Marc Gottschald eine Studie zu den besten Standorten für gemeinnützige Stiftungen und philanthropisches Engagement. Details hierzu können in folgendem Artikel gefunden werden: https://www.uni.li/de/neuigkeiten/7-weltweit-auf-platz-1-liechtenstein-erneut-bester-standort-fuer-philanthropisches-engagement

Modernes Gebäude der Universität Liechtenstein mit verglaster Fassade und Außentreppe, umgeben von einer gepflasterten Fläche und Hecken, vor einem klaren blauen Himmel.

Besuch des chinesischen Generalkonsulats

Besuch des chinesischen Generalkonsulats

Am 10. Juli durfte die Universität Liechtenstein Generalkonsulin Chen Yun gemeinsam mit Konsul Cui Xiang, Abteilungsleiter für bilaterale Beziehungen, sowie Konsul-Attaché Zhou Yumeng, ebenfalls aus der Abteilung für bilaterale Beziehungen, begrüssen.

 

Im Zentrum des Austauschs standen die bilateralen Beziehungen sowie bestehende und potenzielle Partnerschaften im akademischen Bereich zwischen Liechtenstein und China.

 

Auf Einladung des chinesischen Aussenministeriums wird Yann Thorens, Doktorand an der Universität Liechtenstein, im August am zehntägigen European Young Leaders Workshop in Peking teilnehmen. Ziel des Workshops ist es, den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen China und Europa zu fördern und das gegenseitige Verständnis zu vertiefen. Das Programm umfasst Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Abteilung für Europaangelegenheiten des Aussenministeriums, Begegnungen mit jungen Menschen aus China, Besuche bei Hightech-Unternehmen sowie Reisen in verschiedene Städte wie Hami, Turpan, Yining, Bole und Urumqi.

 

Weitere Gesprächsthemen waren mögliche künftige Delegationsreisen nach China sowie der Ausbau gemeinsamer Aktivitäten im Bildungsbereich. Der Generalkonsulin ist es ein grosses Anliegen, junge Menschen frühzeitig miteinander in Kontakt zu bringen, um kulturelle Brücken zu bauen und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

 

Eine Führung durch die Universität rundete den Besuch ab und bot Gelegenheit, die Universität Liechtenstein näher kennenzulernen.

Vielfältig, relevant und international sichtbar: Publikationen der Liechtenstein Business School im ersten Halbjahr 2025

Vielfältig, relevant und international sichtbar: Publikationen der Liechtenstein Business School im ersten Halbjahr 2025

Forschung an der Liechtenstein Business School ist so vielfältig wie aktuell: Im ersten Halbjahr 2025 wurden zahlreiche Studien veröffentlicht und auf internationalen Konferenzen präsentiert – von Bürgerforschung und künstlicher Intelligenz über Kryptowährungen bis hin zu ressourcenschonendem Investieren.

 

Die Publikationen zeigen nicht nur eine hohe wissenschaftliche Qualität, sondern auch die enge Verbindung zu gesellschaftlich und wirtschaftlich relevanten Fragestellungen. Die folgenden Beiträge geben einen Einblick in die vielfältigen Forschungsthemen. Weiterführende Links zu zusätzlichen Publikationen und News finden sich im Anschluss.

 

 

Forschung für alle: Wie Bürgerinnen und Bürger die Wissenschaft mitgestalten können

 

Wissenschaft ist längst nicht mehr nur Sache von Laborkitteln und Elfenbeintürmen – das zeigt ein neues Forschungsprojekt der Universität Liechtenstein. In einer Anfang des Jahres in der renommierten Zeitschrift Electronic Markets veröffentlichten Studie präsentieren Michael Gau und seine Mitautoren ein innovatives System, das Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Forschung einbindet. Statt nur Ergebnisse zu konsumieren, sollen Interessierte selbst mitdenken, Fragen stellen und Probleme gemeinsam mit Forschenden erkunden. Möglich wird das durch eine digitale Plattform, die in mehreren Studien mit Freiwilligen designt und evaluiert wurde. Das Ziel: Die Wissenschaft näher an den Alltag der Menschen bringen – und gemeinsam Lösungen für reale Herausforderungen finden. Ein spannender Schritt in Richtung einer offeneren und partizipativeren Forschungskultur.

 

Gau, M., Greif-Winzrieth, A., Maedche, A., Weinhardt, C., & vom Brocke, J. (2025). Engaging citizen scientists: designing an open research system for collaborative problem exploration. Electronic Markets. https://doi.org/10.1007/s12525-025-00757-z

 

 

Generative KI im Einsatz – zwischen Staunen und Umsetzung

 

Im März veranstaltete digital-liechtenstein.li in Kooperation mit der Universität Liechtenstein ein Webinar zur Generativen KI und MLOps – und das Interesse war sehr gross! Über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich eingewählt, um mehr über die neuesten Entwicklungen in diesem Bereich zu erfahren.
Die Referenten Prof. Dr. Johannes Schneider und Jonas Bokstaller gaben spannende Einblicke in den aktuellen Stand der Generativen KI und zeigten, wie Machine Learning Operations (MLOps) in der Praxis funktionieren.
 

 

Drei Beiträge auf der DESRIST 2025

 

Michael Gau, Senior Scientist an der Universität Liechtenstein, war zusammen mit Kollegen mit gleich drei Beiträgen an der diesjährigen DESRIST, der führenden Konferenz im Bereich Design Science Research, beteiligt:

  • Der Beitrag «AI-Based Design Science Research: An Exploratory Framework for Leveraging Artificial Intelligence in Design Science Research» untersucht, inwieweit Künstliche Intelligenz im Design-Science-Prozess eingesetzt werden kann, und bietet ein Rahmenwerk, das Forschende und Praktiker bei der Nutzung von KI-Potenzialen unterstützt.
  • Der Beitrag «Past Lessons, Future Directions: An Author-Informed Review of Design Science Research in Information Systems» entstand im Rahmen des Erasmus+-Projekts Design Science Research Academy. Anhand von 14 Interviews mit DSR-Expert:innen analysiert er die Entwicklung und Zukunft der Design Science Research in der Wirtschaftsinformatik.
  • Im dritten Beitrag wurde die im gleichnamigen Erasmus+-Projekt entwickelte Design Science Research Academy vorgestellt – ein offener Prototyp für innovative und kollaborative DSR-Lehrmaterialien.

 

 

Künstliche Intelligenz im Fokus: Stellenausschreibungen als Trendbarometer

 

Wie lassen sich Zukunftstrends in der KI erkennen? Der Konferenzbeitrag «Job Postings Analysis as a Tool for Technology Foresight», präsentiert von Marie Scheuffele, Doktorandin an der Liechtenstein Business School auf der ISPIM Innovation Conference in Bergen (Norwegen), zeigt einen neuen Weg auf: Mithilfe von Text Mining wurden weltweit über 100'000 Online-Stellenanzeigen aus den Jahren 2023 und 2024 analysiert, um aktuelle Entwicklungen in der Nachfrage nach KI-Kompetenzen sichtbar zu machen.

 

Die Studie identifiziert nicht nur gefragte KI-Skills und deren Entwicklung über Zeit, Länder und Branchen hinweg – sie zeigt auch, wie Stellenausschreibungen als datenbasierte Grundlage für Technologie-Foresight genutzt werden können. Der Beitrag wurde für den renommierten Knut Holt Award, welcher das beste Conference Paper der ISPIM Innovation Conference auszeichnet, nominiert.

 

Scheuffele, M., Martini, M., John, M., & Brecht, L. (2025). Job Postings Analysis as a Tool for Technology Foresight. Paper presented at the ISPIM Innovation Conference, Bergen, Norway.

 

 

Phishing-Erkennung: Warum viele Schutzsysteme in Asien versagen

 

Phishing-Webseiten sind ein globales Problem. Dennoch konzentrieren sich viele bestehende Erkennungssysteme fast ausschliesslich auf die «westliche» Welt – und übersehen dabei, dass Phishing auch in anderen Regionen, wie etwa China, weit verbreitet ist. Eine internationale Studie, mitverfasst von Dr. Giovanni Apruzzese, Assistant Professor für Data & Application Security, zeigt: Viele gängige Phishing-Erkennungssysteme, die bei Webseiten für westliche Nutzerinnen und Nutzer (z. B. auf Englisch oder Deutsch) gut funktionieren, versagen bei chinesischen Phishing-Seiten – mit Erkennungsraten von teils unter 1 %.

 

Um dem auf den Grund zu gehen, sammelte das Forschungsteam einen neuen Datensatz chinesischer Phishing-Webseiten («ChiPhish») und testete bestehende Systeme. Auf Basis ihrer Ergebnisse entwickelten sie einen verbesserten Erkenner, der Phishing-Seiten aus verschiedenen Regionen mit einer Erkennungsrate von über 98 % identifizieren kann – bei gleichzeitig sehr geringer Falsch-Positiv-Rate.

 

Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift Computers & Security veröffentlicht:
Yuan, Y., Apruzzese, G., & Conti, M. (2025). Beyond the West: Revealing and Bridging the Gap Between Western and Chinese Phishing Website Detection. Computers & Security (Januar).

 

 

Technologietrends erkennen – dank Online-Stellenanalysen

 

Im März konnte Marie Scheuffele, Doktorandin an der Liechtenstein Business School im Rahmen der ISPIM Connects in Südafrika ihre Forschung zu zukunftsrelevanten Technologien für die Schweiz vorstellen. Zusammen mit Prof. Dr. Leo Brecht untersuchte sie, wie Online-Stellenausschreibungen als alternative Datenquelle genutzt werden können, um technologische Trends zu identifizieren und das Einstellungsverhalten von Schweizer Unternehmen branchenübergreifend zu analysieren. Der Konferenzbeitrag liefert zudem einen Überblick über aktuelle wissenschaftliche Trendstudien sowie über neue datengetriebene Ansätze in der Innovationsforschung.

 

Scheuffele, M., & Brecht, L. (2025). Future-ready technologies for Switzerland: Trend insights from job postings analysis. Paper presented at the ISPIM Connects Cape Town, South Africa - Transforming Futures Through Innovation, Cape Town, South Africa.

 

 

Ressourcenschonend investieren – und besser verdienen? Neue Studie zeigt überraschende Ergebnisse

 

Können Unternehmen, die besonders effizient mit Ressourcen wie Energie oder Wasser umgehen, an der Börse erfolgreicher sein? Genau das hat eine Studie untersucht, die an der 36. ISPIM Innovation Conference in Bergen vorgestellt wurde.

 

Thomas Beales, Dr. Djordje Zivkovic und Prof. Dr. Leo Brecht von der Liechtenstein Business School nutzten dafür einen neuen Analyseansatz namens Data Envelopment Analysis (DEA) und testete diesen anhand von 1’500 börsennotierten US-Unternehmen. Das überraschende Ergebnis: Firmen mit hoher Ressourceneffizienz schnitten bei der Rendite besser ab als solche, die nach den bekannten ESG-Kriterien bewertet wurden.

 

Die Studie zeigt: Wer auf echte Umweltleistung statt auf allgemeine Nachhaltigkeits-Ratings setzt, könnte langfristig erfolgreicher investieren.

 

Beales, T., Zivkovic, D., & Brecht, L. (2025). Resource efficient firms and stock returns. Paper presented at the 36. ISPIM Innovation Conference, Bergen Norway.

 

 

Warum die Wahl der Krypto-Börse über Gewinn oder Verlust entscheidet

 

Kryptowährungen boomen – doch viele wissen nicht, dass man durch geschickte Wahl von Handelszeitpunkt und Börse bares Geld sparen kann. Eine neue Studie der Liechtenstein Business School zeigt: Wer Kryptowährungen wie Bitcoin oder Altcoins handeln möchte, sollte auf die sogenannte Liquidität achten – also darauf, wie leicht und schnell man kaufen oder verkaufen kann, ohne dabei den Preis stark zu verändern.

 

Prof. Dr. Martin Angerer, Dr. Marius Gramlich und Prof. Dr. Michael Hanke haben Tausende von Handelsdaten ausgewertet und festgestellt, dass sich die Handelsbedingungen – je nach Plattform, Uhrzeit und Währung – stark unterscheiden. An einigen Börsen ist es deutlich günstiger zu handeln als an anderen, vor allem bei weniger bekannten Währungen.

 

Auch interessant: Börsen selbst können beeinflussen, wie liquide ihr Angebot ist – zum Beispiel durch die Anzahl der angebotenen Handelspaare oder durch spezielle Regeln für den Handel. Das bedeutet: Wer beim Krypto-Handel auf die Details achtet, kann hohe versteckte Kosten vermeiden und seine Gewinne steigern.

 

Angerer, M., Gramlich, M., & Hanke, M. (2025). Order Book Liquidity on Crypto Exchanges. Journal of Risk and Financial Management, 18(3).

 

 

Digitales Zentralbankgeld: Gefahr für Banken oder Chance für Stabilität?

 

Mehr als 100 Zentralbanken weltweit arbeiten aktuell an der Einführung von digitalem Zentralbankgeld – sogenanntem Central Bank Digital Currency (CBDC). Doch wie wirkt sich ein solches neues Geldsystem auf das Verhalten von Bankkundinnen und -kunden aus?

 

Eine neue Studie von Prof. Dr. Michael Hanke, Professor für Finance, und Forschenden aus Grossbritannien geht genau dieser Frage nach. Die Forschenden analysieren in ökonomischen Experimenten, wie sich Menschen verhalten, wenn sie ihre Bankeinlagen in CBDCs umwandeln können – und welche Gestaltung dieser digitalen Währungen das Risiko eines Bank Runs erhöht oder mindert.

 

Die Erkenntnisse sind besonders relevant für Zentralbanken und politische Entscheidungsträger: Denn wer CBDCs einführen will, muss dafür sorgen, dass sie das Finanzsystem nicht destabilisieren, sondern stärken.

 

Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift The B.E. Journal of Economic Analysis & Policy veröffentlicht, die im ABDC-Ranking als A-Journal gelistet ist.

 

Shakina, Ekaterina, Hanke, Michael and Ellis, Scott. "Central Bank Digital Currencies: Experimental Evidence of Deposit Conversion" The B.E. Journal of Economic Analysis & Policy, vol. 25, no. 1, 2025, pp. 127-137. https://doi.org/10.1515/bejeap-2024-0192

 

 

Self-Leadership: Die unterschätzte Schlüsselkompetenz für Unternehmerinnen und Unternehmer

 

Was braucht es, um ein Unternehmen erfolgreich zu gründen und weiterzuentwickeln? Die neue Studie „Self-leadership: The essential drive for entrepreneurs“ von Prof. Dr. Marco Furtner, Professor für Entrepreneurship & Leadership, gemeinsam mit Dr. Simon Liegl und Dr. Kilian Klösel zeigt: Eine der wichtigsten Voraussetzungen ist die Fähigkeit zur Selbstführung – also dazu, sich selbst klare Ziele zu setzen, eine Vision zu entwickeln, sich zu organisieren, zu motivieren und Ideen konsequent umzusetzen.

 

Die Forschenden belegen: Self-Leadership verstärkt den Einfluss der Persönlichkeit auf Innovationskraft und Leistung. Mit anderen Worten: Unternehmerinnen und Unternehmer, die sich selbst gut führen können, sind innovativer und leistungsfähiger – unabhängig davon, wie ausgeprägt ihre unternehmerische Persönlichkeit ist.

 

Ihr Fazit: Wer ein Unternehmen gründen will, sollte gezielt an seiner Fähigkeit zur Selbstführung arbeiten – am besten noch bevor die erste Idee in die Tat umgesetzt wird.

 

Furtner, M., Liegl, S., & Klösel, K. (2024). Self-leadership: The essential drive for entrepreneurs. Journal of the International Council for Small Business.

 

 

 

Weitere Beiträge wurden im Rahmen der European Conference on Information Systems (ECIS) präsentiert. Ein Überblick dazu findet sich hier.

 

Zudem wurden drei weitere Studien in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht, zu denen bereits Newsbeiträge erschienen sind:

Neue Publikation zur Früherkennung von Innovationstrends veröffentlicht

Neue Publikation zur Früherkennung von Innovationstrends veröffentlicht

Wie lassen sich vielversprechende Zukunftstechnologien bereits in einem sehr frühen Stadium erkennen – und wie zeigt sich deren Relevanz in der Praxis? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine aktuelle Publikation von Marie Scheuffele, Niels Fetkenheuer und Prof. Dr. Leo Brecht von der Liechtenstein Business School, die kürzlich im renommierten «International Journal of Innovation Management» erschienen ist.

 

Die Studie mit dem Titel «Introducing a data-driven approach for validating the practical relevance of emerging innovation fields – Trend insights on technologies and twin transformation» stellt einen datenbasierten Ansatz vor, um frühe Innovationsfelder systematisch zu analysieren. Dabei werden zwei Datenquellen kombiniert: wissenschaftliche Fachliteratur und Stellenanzeigen innovativer Unternehmen. Dieser Vergleich erlaubt es, die Forschungsperspektive mit der Praxis zu verknüpfen und frühzeitig Hinweise auf wichtige Technologietrends zu gewinnen.

 

Ein zentrales Ergebnis: Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind zwei der drei wichtigsten Innovationsfelder der kommenden Jahre. Die sogenannte «Zwillingstransformation» – also die Verbindung von ökologischer und digitaler Entwicklung – wird für Unternehmen immer bedeutender.

 

Die Studie wurde im renommierten Special Issue «Twin Transformation» des International Journal of Innovation Management veröffentlicht, das im deutschsprachigen Raum als hochwertiges Fachjournal gilt (VHB-Rating: B in Technologie, Innovation und Entrepreneurship).

 

Scheuffele, M., Fetkenheuer, N., & Brecht, L. (2025). INTRODUCING A DATA-DRIVEN APPROACH FOR VALIDATING THE PRACTICAL RELEVANCE OF EMERGING INNOVATION FIELDS - TREND INSIGHTS ON TECHNOLOGIES AND TWIN TRANSFORMATION. International Journal of Innovation Management, 29(05n06). https://doi.org/10.1142/S1363919625400122

Dissertation von Daniel Knapp liefert neue Erkenntnisse im Zusammenspiel Innovation und Nachhaltigkeit

Dissertation von Daniel Knapp liefert neue Erkenntnisse im Zusammenspiel Innovation und Nachhaltigkeit

Vier Männer stehen vor einem Bildschirm, der eine Präsentation mit dem Titel „Driving Sustainability with Purpose“ zeigt. Sie tragen Business-Kleidung und lächeln in die Kamera. Der Hintergrund ist ein moderner Innenraum.

Die Universität Liechtenstein gratuliert Daniel Knapp herzlich zur erfolgreichen Disputation seiner Dissertation «Driving Sustainability with Purpose: Unraveling the Role of Influencing Factors in Advancing Innovation Efficiency» mit Auszeichnung.

 

In seiner Arbeit untersucht Daniel Knapp, wie Unternehmen Nachhaltigkeit strategisch nutzen können, um ihre Innovationseffizienz zu steigern und dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Der Fokus liegt auf der Identifikation und empirischen Analyse zentraler Einflussfaktoren wie organisationalem Lernen, regulatorischen Rahmenbedingungen, umweltbezogenen Aktivitäten, Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeitsberichterstattung, um daraus Handlungsempfehlungen für Wissenschaft und Praxis abzuleiten.

 

Die Dissertation umfasst mehrere innovative Beiträge, darunter ein Resource-Efficiency-Framework für börsennotierte Unternehmen, empirische Nachweise für den Zusammenhang von Nachhaltigkeitsaktivitäten und Innovationseffizienz sowie eine internationale Analyse von ESG-Reporting-Praktiken mittels Text Mining und Sentiment-Analysen.

 

Die Forschung liefert wertvolle Erkenntnisse für Unternehmen, die ökologische Verantwortung als strategische Chance begreifen, und wurde bereits in mehreren wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Die Universität gratuliert Daniel Knapp herzlich zur erfolgreichen Verteidigung seiner Dissertation und dankt seinem Betreuer Prof. Dr. Leo Brecht, dem Co-Betreuer Prof. Dr. Martin Müller von der Universität Ulm sowie dem Disputationsvorsitzenden Assoz. Prof. Dr. Benjamin van Giffen für ihre wertvolle Unterstützung.

Vier Männer stehen vor einem Bildschirm, der eine Präsentation mit dem Titel „Driving Sustainability with Purpose“ zeigt. Sie tragen Business-Kleidung und lächeln in die Kamera. Der Hintergrund ist ein moderner Innenraum.

Das International Office der Universität Basel zu Besuch an der Universität Liechtenstein

Das International Office der Universität Basel zu Besuch an der Universität Liechtenstein

Eine Gruppe von acht Personen steht lächelnd vor einer Wand mit gerahmten Bildern. Sie befinden sich in einem Besprechungsraum der Universität Liechtenstein.

Im Rahmen eines Teamausflugs besuchte das International Office der Universität Basel Anfang Juli das Team des International Office der Universität Liechtenstein. Die Berufskolleginnen und -kollegen tauschten sich persönlich zu gemeinsamen Themen wie Studierendenaustausch, bilateralen Abkommen sowie Fragen rund um die Internationalisierungsstrategie aus.

 

Neben einer Einführung in die Universität Liechtenstein und einem kurzen Überblick über das Land Liechtenstein wurde auch die geplante Rückkehr der Schweiz ins Erasmus-Programm ab 2028 sowie die damit verbundenen Herausforderungen diskutiert.

 

Besonders beeindruckend ist, dass die Universität Basel ein Zertifikat für interkulturelle Kompetenz für Verwaltungsmitarbeitende anbietet – ein wertvolles Instrument zur Förderung internationaler Zusammenarbeit und kulturellen Verständnisses im Hochschulkontext.

 

Der Besuch bot eine wertvolle Gelegenheit zur Vernetzung und zum offenen Dialog über aktuelle Entwicklungen im internationalen Hochschulbereich. Das Team des International Office der Universität Liechtenstein bedankt sich herzlich für den spannenden Austausch!

Eine Gruppe von acht Personen steht lächelnd vor einer Wand mit gerahmten Bildern. Sie befinden sich in einem Besprechungsraum der Universität Liechtenstein.

Bernd Schenks neues Lehrbuch zu «Advanced Management Information Systems» erschienen

Bernd Schenks neues Lehrbuch zu «Advanced Management Information Systems» erschienen

Cover des Buches "Advanced Management Information Systems" von Bernd Schenk, veröffentlicht von Springer Nature. Das Buch behandelt Modelle, Konzepte und Fallstudien im Bereich Management-Informationssysteme.

Das Lehrbuch orientiert sich am Kompetenzmodell für Graduate-Programme im Bereich Wirtschaftsinformatik (Information Systems), das gemeinsam von der AIS (Association for Information Systems) und der ACM (Association for Computing Machinery) entwickelt wurde. Es soll Studierende im Bereich Informationssysteme und Hochschullehrer unterstützen, die modernste MIS-Konzepte, -Frameworks und -Anwendungen in ihre Lehre integrieren möchten.

 

Bei der Lehre in seinem Kurs «Management Information Systems (MIS)» hatte Bernd Schenk oft Schwierigkeiten, ein geeignetes Lehrbuch zu finden und erklärt: «Diese Lücke hat mich dazu inspiriert, auf bestehenden Grundlagen aufbauend ein zusammenhängendes Lehrbuch zu entwickeln, um Studierenden und Dozenten im Bachelor- und Masterstudium tiefere, praxisorientierte Einblicke zu vermitteln. Dieses Lehrbuch orientiert sich am Kompetenzmodell für Graduate-Programme im Bereich Wirtschaftsinformatik (Information Systems), das gemeinsam von der AIS (Association for Information Systems) und der ACM (Association for Computing Machinery) entwickelt wurde. Es soll Studierende im Bereich Informationssysteme und Hochschullehrer unterstützen, die modernste MIS-Konzepte, -Frameworks und -Anwendungen in ihre Lehre integrieren möchten. Ich hoffe, dass es dazu beitragen wird, die Lücke für alle zu schliessen, die MIS lehren oder studieren.»

 

Entstanden ist ein Lehrbuch für fortgeschrittene Kurse über Managementinformationssysteme (MIS). Es schliesst die Lücke zwischen theoretischem Rahmen und praktischen Anwendungen und bietet Einblicke sowohl in grundlegende Prinzipien als auch in neue Trends. Mit Themen wie künstliche Intelligenz, Datenanalyse, Unternehmensarchitektur und Governance von Informationssystemen erforscht das Buch die vielschichtige Natur von MIS und ihre transformative Wirkung auf moderne Organisationen.
Jedes Kapitel integriert grundlegende IS-Forschung mit den neuesten Erkenntnissen und wendet diese auf Fallstudien an, um sowohl Relevanz als auch akademische Strenge zu gewährleisten. Zu den Themen gehören die Abstimmung zwischen Unternehmen und IT, datengestützte Entscheidungsfindung und die ethischen Herausforderungen beim Management von Informationssystemen in der komplexen, vernetzten Welt von heute. Durch eine Kombination aus theoretischen Modellen, praktischen Rahmenwerken und Beispielen aus der Praxis gibt dieses Buch den Lesern die nötigen Werkzeuge an die Hand, um sich in der sich entwickelnden MIS-Landschaft zurechtzufinden.
Dieses Buch wird durch eine begleitende Website unterstützt: www.advanced-mis.com, die Lehrmaterialien wie Vorlesungsfolien, Diskussionsfragen und andere Ressourcen zur Unterstützung von Lehrenden und Studierenden bereitstellt.

Cover des Buches "Advanced Management Information Systems" von Bernd Schenk, veröffentlicht von Springer Nature. Das Buch behandelt Modelle, Konzepte und Fallstudien im Bereich Management-Informationssysteme.

Pop-Up-Ausstellung: Maasai Baumeisterinnen aus Ololosokwan

Pop-Up-Ausstellung: Maasai Baumeisterinnen aus Ololosokwan

Am letzten Juni-Wochenende wurde der «Tag der Architektur» und das «Women in Architecture»-Festival, das erstmals Deutschland weit organisiert wurde, gefeiert. Das WIA-Festival will mit 265 Veranstaltungen die Debatte um Gleichstellung und Diversität in der Baukultur voranbringen. Cornelia Faisst, Hochschuldozentin der Liechtenstein School of Architecture, nahm mit der Pop-Up-Ausstellung «Female African Architects» am WIA-Festival in Potsdam teil.

 

Das Projekt von Bauhaus Erde in Kooperation mit dem Deutschen Farbenzentrum und der Universität Liechtenstein zeigte in einer Pop-Up-Ausstellung die Architektur der Maasai-Baumeisterinnen aus Ololosokwan (Tansania) und weibliche Perspektiven auf eine regenerative, kulturell verwurzelte Baupraxis. Die Ausstellung bot einen Ausschnitt der mehrfach ausgezeichneten Ausstellung des Frauenmuseums Hittisau /Vorarlberg), kuratiert von Cornelia Faisst im Rahmen des earth HUB der Universität Liechtenstein. Im Zentrum stand die Verbindung von Architektur, Kultur und weiblicher Gestaltungskraft.

 

Vor der eindrucksvollen Kulisse der Hochplateaus der Serengeti beleuchtete die Ausstellung die zentrale Rolle der Maasai-Frauen beim Bau und Erhalt ihrer traditionellen Behausungen. Im Fokus standen Baumeisterinnen aus Ololosokwan in Tansania und die von ihnen errichteten Hütten (Enkaji), die seltene Einblicke in ihr handwerklichen Wissen und ihren Alltag ermöglichten.

 

Die Ausstellung verstand sich als baukulturelle Annäherung an eine weitgehend unbekannte, von Frauen getragene Architekturtradition.

30 Jahre EWR-Mitgliedschaft: Universität Liechtenstein lud zur interdisziplinären Abendveranstaltung

30 Jahre EWR-Mitgliedschaft: Universität Liechtenstein lud zur interdisziplinären Abendveranstaltung

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der EWR-Mitgliedschaft des Fürstentums Liechtenstein fand am 1. Juli 2025 an der Universität Liechtenstein eine Diskussionsveranstaltung zum Thema «Im Spannungsfeld von Integration und Souveränität» aus verwaltungswissenschaftlicher Sicht statt. Rund 80 Gäste, darunter auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der liechtensteinischen Landesverwaltung, nahmen teil.

 

Marco Lettenbichler, Assistenzprofessor an der Professur für Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht der Universität Liechtenstein, führte durch den Abend und die Podiumsdiskussion. Regierungschefin Brigitte Haas eröffnete die Veranstaltung mit einleitenden Grussworten und wies darin insbesondere auf die Bedeutung der EWR-Mitgliedschaft für die liechtensteinische Wirtschaft hin.

 

 

Fachvortrag und Diskussion

 

Im Zentrum des Abends stand ein Fachvortrag von Jörg Röber, Professor für Verwaltungsmanagement an der Hochschule Kehl, zum Thema «30 Jahre EWR-Mitgliedschaft Liechtensteins: Chancen und Herausforderungen der internationalen und regionalen Integration aus verwaltungswissenschaftlicher Sicht». Darin ging er der Frage der Verwaltungskapazität nach und unterstrich die effiziente Organisation der liechtensteinischen Landesverwaltung in Sachen EWR-Mitgliedschaft. Im Anschluss diskutierten Jörg Röber, Andrea Entner-Koch, Leiterin der Stabstelle EWR, und Christian Frommelt, Rektor der Universität Liechtenstein, über die Entwicklung und Zukunft des EWR in Liechtenstein.

 

 

Liechtenstein und der EWR

 

Andrea Entner-Koch gab dem Publikum spannende Einblicke in die tägliche Arbeit mit EWR-Rechtsakten. Unter anderem zeigte sie auf, wie Liechtenstein durch die Teilnahme an EU- und EFTA-Ausschüssen die Entwicklung von EWR-Recht beeinflussen kann. Christian Frommelt betonte unter anderem, dass Liechtenstein nicht als EWR-Musterschüler bezeichnet werden kann. Vielmehr agiere Liechtenstein sehr strategisch. Mit einer fristgerechten und korrekten Umsetzung von EWR-Recht verschaffe sich Liechtenstein Vertrauen bei den EFTA-Institutionen und der EU. Dieses Vertrauen nutzt Liechtenstein wiederum, um punktuell Ausnahmen von der Umsetzung von EWR-Recht auszuhandeln. Im Ergebnis habe Liechtenstein zwar eine hohe Umsetzungsquote, aber mit Abstand die meisten Ausnahmen von allen EWR-Staaten.

 

 

Direkte Demokratie und EWR-Rechtssetzung

 

In der Schlussrunde diskutierte das Podium die Rolle direktdemokratischer Elemente in der EWR-Rechtssetzung. Formell wurde die direkte Demokratie durch die EWR-Mitgliedschaft nicht eingeschränkt, da sowohl gegen die Übernahme eines EU-Rechtsaktes in das EWR-Abkommen als auch gegen die Umsetzung eines EWR-Recht in ein nationales Gesetz das Referendum ergriffen werden kann. Bis jetzt wurde aber noch nie ein Referendum gegen die Übernahme eines EU-Rechtsaktes in das EWR-Abkommen ergriffen. Nach der Meinung des Podiums unterstreicht auch dies die hohe politische und öffentliche Unterstützung für den EWR – ein Fakt, welcher die Verwaltung der EWR-Mitgliedschaft erleichtert.

 

Beim abschliessenden Apéro bot sich Raum für Austausch und Vernetzung.

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Neuer stellvertretender Vorsitzender im Senat gewählt

Neuer stellvertretender Vorsitzender im Senat gewählt

Ein Mann in Anzug und Krawatte steht lächelnd in einem modernen Gebäude mit schrägen Decken und großen Fenstern.

Prof. Dr. Bernhard Burtscher wurde am Mittwoch, 2. Juli 2025, mit 20 gültigen und 1 ungültigen Stimme zum stellvertretenden Vorsitzenden des Senats der Universität Liechtenstein gewählt. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dipl. Arch. ETH Urs Meister an, der das Ende seiner Amtszeit erreicht hat. 

Ein Mann in Anzug und Krawatte steht lächelnd in einem modernen Gebäude mit schrägen Decken und großen Fenstern.
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