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Eine Woche vor Ort: Exkursionen im Architekturstudium

Eine Woche vor Ort: Exkursionen im Architekturstudium

Gruppe von Menschen in einem Dorf mit Holzhäusern

Jedes Semester findet an der Liechtenstein School of Architecture eine Exkursionswoche statt, die im ersten Drittel des Semesters angesiedelt ist. In dieser Zeit verlagert sich das Lernen für eine Woche aus dem Atelier in reale Landschaften, Städte und Kulturräume. Die Orte stehen in engem Bezug zu den Entwurfsthemen der Studios und bilden die Grundlage für die weitere Projektarbeit.

Im aktuellen Semester arbeiteten 160 Studierende in unterschiedlichen europäischen Kontexten. Vor Ort untersuchten sie Gebäude, Städte und Landschaften, dokumentierten ihre Eindrücke und tauschten sich mit lokalen Akteurinnen und Akteuren aus. In einzelnen Studios arbeiteten sie zudem direkt auf Baustellen und setzten sich praktisch mit Material, Konstruktion und Bestand auseinander.
 

Grundlagenstudios (Bachelor, Semester 1 – 4) 
 

Bauerbe und Upcycling «Interaktionen» - SPANIEN 

Die Exkursion führte nach Barcelona, wo die Studierenden die Stadt als vielschichtig gewachsenes Gefüge untersuchten. Vor Ort wurden Materialien, Bauweisen und urbane Strukturen analysiert, in denen sich gesellschaftliche und architektonische Entwicklungen ablesen lassen. Besonderes Interesse galt Strategien des Weiterbauens im Bestand, wie etwa Ergänzungen, Verdichtungen und kontinuierliche Anpassungen. 

 

Nachhaltiges Bauen «Galicia by Foot» - SPANIEN 

Die Exkursion führte nach Galicien, wo Architektur im Zusammenspiel von Raum, Landschaft und Nutzung untersucht wurde. Ein Abschnitt des Jakobswegs wurde zu Fuss zurückgelegt, um Fragen von Massstab, Rhythmus und Wahrnehmung aus der Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer zu erfassen. Ergänzt wurde die Reise durch Besuche traditioneller Bauweisen sowie zeitgenössischer Architektur in Santiago de Compostela. 

 

Städtebau und Raumentwicklung «Stein, Struktur, Strasse» - BELGIEN

Die Reise führte entlang von Strassenräumen nach Belgien, mit Fokus auf Strassendörfer in Wallonien. Vor Ort analysierten die Studierenden Prozesse ungeplanter Verdichtung und die sogenannte «Brüsselerisierung», bei der Abriss, Anpassung und Neubau ohne übergeordnetes Konzept ein widersprüchliches, aber eigenständiges urbanes Gefüge hervorgebracht haben. Dabei wurden lineare Siedlungsstrukturen, Übergänge zwischen privatem und öffentlichem Raum sowie Formen der Aneignung im Alltag untersucht.

 

Handwerk und Struktur «Gimme Shelter» - LIECHTENSTEIN 

Parallel zur Exkursionswoche fand an der Universität Liechtenstein ein einwöchiger Workshop zum Thema Wohnungsunsicherheit statt. In Zusammenarbeit mit Studierenden und Dozierenden der Bergen School of Architecture sowie lokalen Organisationen wurden Unterkünfte für Menschen in prekären Lebenssituationen entworfen und prototypisch entwickelt. Der Fokus lag auf dem Arbeiten mit wiederverwendeten Materialien sowie auf der Verbindung von Architektur, Sozialarbeit und partizipativen Methoden. 

 

 

Advanced Studios (Bachelor Semester 5 + 6, Master Semester 1 – 4) 
 

Urbanismus, Architektur und Gesellschaft «Leipzig Grünau» - DEUTSCHLAND

Die Studierenden reisten nach Leipzig Grünau und arbeiteten vor Ort direkt an einem konkreten Projektstandort. Im Zentrum stand die praktische Auseinandersetzung mit dem Bestand einer grossmassstäblichen Wohnsiedlung aus der DDR. In einer leerstehenden Wohnung entwickelten und realisierten die Studierenden räumliche Eingriffe und setzten sich dabei mit neuen, flexiblen Wohnformen im Bestand auseinander.

 

Bauerbe und Upcycling «Emptiness: Different Practices of Perception» - SCHWEIZ

Die Seminarwoche führte die Studierenden in das Glarnerland und verband klassische Exkursionsformate mit Praktiken wie Zeichnen, Meditation und gemeinsamem Singen. Ziel war es, die Wahrnehmung im Umgang mit dem Raum zu schärfen. Besuche von Baustellen, Büros und traditionellen Handwerksbetrieben ergänzten diese Erfahrungen und gaben Einblicke in aktuelle Bauprozesse und Entscheidungsabläufe.

 

Handwerk und Struktur «From Oporto to Lisbon» - PORTUGAL

Die Exkursion führte von Porto bis nach Lissabon und weiter ins Landesinnere. Entlang dieser Route untersuchten die Studierenden das Zusammenspiel von Material, Konstruktion und Landschaft. Besucht wurden unter anderem Werke von Álvaro Siza sowie weitere prägende Bauten, die unterschiedliche Massstäbe und architektonische Ansätze sichtbar machen. 

 

Nachhaltiges Bauen «Netherlands & Germany» - NIEDERLANDE UND DEUTSCHLAND 

Im Zentrum der Exkursion standen Mobilitätssysteme und Infrastrukturen. Besucht wurden Produktionsstätten, Verkehrssysteme sowie urbane Räume in Deutschland und den Niederlanden. Durch Beobachtung, Messungen und zeichnerische Analysen wurden technische und räumliche Aspekte miteinander verknüpft. Beispiele wie die Schwebebahn in Wuppertal oder Fahrradinfrastrukturen in Utrecht wurden im Hinblick auf zukünftige Mobilitätskonzepte untersucht.

 

Städtebau und Raumentwicklung «Athens Everyday Modernity» - GRIECHENLAND

In Athen untersuchten die Studierenden Prozesse der Verdichtung und die Struktur des Alltags in einer schnell gewachsenen Metropole. Im Fokus standen die verschiedenen Schichten der Stadt sowie deren historische Überlagerungen. Durch Begehungen und Analysen vor Ort wurde die Stadt als komplexes Gefüge gelesen.

 

Die Exkursionen zeigen die Bandbreite der Ausbildung und machen Architektur im direkten Kontext erfahrbar. Die nächsten Seminarwochen finden im Oktober 2026 statt.

 

Mehr zur Liechtenstein School of Architecture unter www.uni.li/architektur

Zum Bachelorstudiengang Architektur

Zum Masterstudiengang Architektur

Gruppe von Menschen in einem Dorf mit Holzhäusern