SZENERIEN DES KONSUMS
Project Description
Problematisiert wird grenzüberschreitendes Einkaufen in der Schweiz und in Liechtenstein seit etwa 15 Jahren vorwiegend in der (Wirtschafts-)Politik und im Handelsmanagement. Die Studien zur Thematik stammen fast immer aus den Wirtschaftswissenschaften. Sie erklären hierzulande wie auch im globalen Kontext unter rational-ökonomischen Vorzeichen meist die Motive, Barrieren und Präferenzen des grenzüberschreitenden Konsums und basieren auf Fragebogenerhebungen. Bisweilen werden zusätzliche Dimensionen u.a. des Erlebens mit der Bezeichnung Einkaufstourismus angedeutet und involviert.
In den Kulturwissenschaften wird Einkaufen als kulturelle Konsumpraxis verstanden und ist in bestimmte Vorstellungs-, Werte- und Normhorizonte eingebettet. Dabei fungieren unterschiedliche räumliche, symbolische und situative Rahmen sowie sozial und individuell hergeleitete Sinnstiftung als Deutungshorizonte. Grenzen werden als staatliche und politische Konstruktionsleistungen begriffen, die ein kulturelles Ordnungssystem bieten. Sie sind als politische, soziale, (alltags-)kulturelle und symbolische Markierungen wirksam für Kontakte, Übergänge, Regime sowie für Mobilitäts- und Migrationsbewegungen. Als Produkte komplexer räumlicher, zeitlicher, sozialer und kultureller Prozesse sind Grenzen nicht statisch, sondern dynamisch und veränderbar. Solchem dynamischen, relationalen Verständnis gemäss lassen sich Grenzräume in ihren Konstruktions-, Ein- und Ausschlussprozessen, Erlebnis- und Differenzierungsdimensionen untersuchen und im Zusammenhang mit konkreten Fragen zu Konsum, Identität und Differenz diskutieren. Grenzüberschreitendes Einkaufen im benachbarten nahen Ausland der Eurozone ist demnach als eine raumkulturelle Praxis zu lesen, die politisch-rechtliche, ökonomische und gleichermassen soziale, kulturelle und moralische Dimensionen involviert. Hier schliesst die vorgeschlagene Studie «Szenerien des Konsums» an. Sie fokussiert die komplexen, widersprüchlichen und dynamischen Verflechtungen im grenzräumlichen Setting aus kulturwissenschaftlicher Perspektive und untersucht Raumpraxen, Raumdeutungen und Prozesse der Sinnzuschreibung. Zum einen nimmt sie die gelebten grenzüberschreitenden Praxen in den Blick, fragt nach ihren Bedeutungen für die Einkaufenden und sucht nach den Charakteristiken dieses Konsums. Zum anderen werden die Wahrnehmungen, die Rede über und die Vorstellungen von grenzüberschreitenden Einkaufspraxen und ihre Kontexte analysiert. Darüber hinaus interessieren die (infra-)strukturellen, physisch-materiellen Dimensionen der Praxis, die mit zur Konstruktion spezifischer Grenzräume beitragen. Die Thematik Konsum und Grenzraum wird anhand des Szenerien-Konzepts erforscht, das auf theoretischen Grundsätzen zu Raum, Akteur-Netzwerk und Performativem und qualitativ-empirischen Ansätzen basiert. Seinen Ausdruck finden Szenerien im Repräsentationsmodus der ethnografischen Collage in Bild und Text. Die Erkenntnisse werden als interaktive «Szenerien des Konsums» digital dargestellt und damit greifund verhandelbar. Konkret werden mittels ethnografisch-kulturanalytischer Suchbewegungen grenzüberschreitende Einkaufpraxen von in der Schweiz und in Liechtenstein Wohnhaften in den nahen Nachbarländern untersucht. Es sind zwei exemplarische Fallstudien geplant, die an Orten des Konsums anknüpfen. So werden in der deutschen Stadt Konstanz und im österreichischen Vorarlberg Konsumierende aus
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dem Frankenraum gesucht und ausgewählt. Ausgehend von deren gelebten Praxen und Erfahrungen werden die wahrgenommenen, materiellen und kontextuellen Dimensionen der Praxis analysiert und die Konstruktion von Grenzräumen erörtert
In den Kulturwissenschaften wird Einkaufen als kulturelle Konsumpraxis verstanden und ist in bestimmte Vorstellungs-, Werte- und Normhorizonte eingebettet. Dabei fungieren unterschiedliche räumliche, symbolische und situative Rahmen sowie sozial und individuell hergeleitete Sinnstiftung als Deutungshorizonte. Grenzen werden als staatliche und politische Konstruktionsleistungen begriffen, die ein kulturelles Ordnungssystem bieten. Sie sind als politische, soziale, (alltags-)kulturelle und symbolische Markierungen wirksam für Kontakte, Übergänge, Regime sowie für Mobilitäts- und Migrationsbewegungen. Als Produkte komplexer räumlicher, zeitlicher, sozialer und kultureller Prozesse sind Grenzen nicht statisch, sondern dynamisch und veränderbar. Solchem dynamischen, relationalen Verständnis gemäss lassen sich Grenzräume in ihren Konstruktions-, Ein- und Ausschlussprozessen, Erlebnis- und Differenzierungsdimensionen untersuchen und im Zusammenhang mit konkreten Fragen zu Konsum, Identität und Differenz diskutieren. Grenzüberschreitendes Einkaufen im benachbarten nahen Ausland der Eurozone ist demnach als eine raumkulturelle Praxis zu lesen, die politisch-rechtliche, ökonomische und gleichermassen soziale, kulturelle und moralische Dimensionen involviert. Hier schliesst die vorgeschlagene Studie «Szenerien des Konsums» an. Sie fokussiert die komplexen, widersprüchlichen und dynamischen Verflechtungen im grenzräumlichen Setting aus kulturwissenschaftlicher Perspektive und untersucht Raumpraxen, Raumdeutungen und Prozesse der Sinnzuschreibung. Zum einen nimmt sie die gelebten grenzüberschreitenden Praxen in den Blick, fragt nach ihren Bedeutungen für die Einkaufenden und sucht nach den Charakteristiken dieses Konsums. Zum anderen werden die Wahrnehmungen, die Rede über und die Vorstellungen von grenzüberschreitenden Einkaufspraxen und ihre Kontexte analysiert. Darüber hinaus interessieren die (infra-)strukturellen, physisch-materiellen Dimensionen der Praxis, die mit zur Konstruktion spezifischer Grenzräume beitragen. Die Thematik Konsum und Grenzraum wird anhand des Szenerien-Konzepts erforscht, das auf theoretischen Grundsätzen zu Raum, Akteur-Netzwerk und Performativem und qualitativ-empirischen Ansätzen basiert. Seinen Ausdruck finden Szenerien im Repräsentationsmodus der ethnografischen Collage in Bild und Text. Die Erkenntnisse werden als interaktive «Szenerien des Konsums» digital dargestellt und damit greifund verhandelbar. Konkret werden mittels ethnografisch-kulturanalytischer Suchbewegungen grenzüberschreitende Einkaufpraxen von in der Schweiz und in Liechtenstein Wohnhaften in den nahen Nachbarländern untersucht. Es sind zwei exemplarische Fallstudien geplant, die an Orten des Konsums anknüpfen. So werden in der deutschen Stadt Konstanz und im österreichischen Vorarlberg Konsumierende aus
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dem Frankenraum gesucht und ausgewählt. Ausgehend von deren gelebten Praxen und Erfahrungen werden die wahrgenommenen, materiellen und kontextuellen Dimensionen der Praxis analysiert und die Konstruktion von Grenzräumen erörtert