SPEAKING WITHOUT LIPS, THINKING WITHOUT BRAIN Sprechmaschine und der Schachautomat des Wolfgang von Kempelen (1734-1804)
SPEAKING WITHOUT LIPS, THINKING WITHOUT BRAIN Sprechmaschine und der Schachautomat des Wolfgang von Kempelen (1734-1804)
School/Professur:
Brigitte Felderer / Jakob Scheid / Ernst Strouhal
Von den vielen bescheidenen Spuren, die Wolfgang von Kempelen, Gelehrter und Beamter am Hof Maria Theresias, in der Geschichte hinterlassen hat, sind seine Sprechmaschine und sein schachspielender Androide die deutlichsten geblieben.
1769 präsentierte Kempelen einen mechanischen Schachspieler in orientalischem Kostüm. Der "Schachtürke" entwickelte sich zu einer der großen Sensationen des 18. Jahrhunderts und verhalf Kempelen noch zu Lebzeiten zu ambivalenter Prominenz, denn der barocke Schachcomputer war einer der charmantesten Bluffs der Technikgeschichte.
Kempelens Sprechmaschine hingegen folgte aufklärerischen Ideen und sollte Gehörlosen eine Stimme verleihen. Dabei war Kempelen davon überzeugt, dass sich die Konstruktion sprechender Maschinen am Vorbild des menschlichen Artikulationsapparats zu orientieren hätte. Kempelens 1791 erschienene Schrift über den Mechanismus der menschlichen Sprache zählt zu den Anfängen der Experimentalakustik.
Speaking without lips, thinking without brain ist eine Hommage an Kempelens Apparaturen. Medium des Vortrags ist unter anderem eine Box, die von Jakob Scheid konstruiert und gemeinsam mit den Autoren an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelt wurde. Inhalt der Box sind funktionierende Modelle der beiden Apparate. Die Box wird im Verlauf der Präsentation geöffnet, ihre Bestandteile werden zusammengesetzt und vorgeführt. Anhand der Funktionsweisen werden die Bedeutung, Geschichte und Rezeption der Kempelenschen Erfindungen von der Aufklärung bis heute diskutiert und beschrieben.
Kunstmuseum Liechtenstein in Kooperation mit der Hochschule Liechtenstein und der Universität für angewandte Kunst Wien
Ernst Strouhal, ao. Univ-Prof. an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Autor und Publizist. Zuletzt ist in Buchform sein Essayband erschienen: Umweg nach Buckow. Bildunterschriften (2009). Er lebt und arbeitet in Wien.
Brigitte Felderer, Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin, Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ausstellungen (u.a.) Wunschmaschine Welterfindung. Eine Geschichte der Technikvisionen seit dem 18. Jahrhundert, Kunsthalle Wien 1996; Rudi Gernreich. Fashion will go out of fashion, Steirischer Herbst 2000 / Institute of Contemporary Art Philadelphia 2001; Phanorama. Eine Kulturgeschichte der Stimme als Medium, ZKM Karlsruhe 2004/05; Sound of Art, Museum der Moderne Salzburg 2008 (gem. m. E. Louis); Zauberkünste, Nordico-Museum der Stadt Linz, Kulturhauptstadt Linz 2009
Jakob Scheid, österreichischer Künstler und Konstrukteur von Musikmaschinen. Er ist Mitbegründer des Ateliers für experimentelles Design „Produktgestaltung“ im Wiener WUK, freier Mitarbeiter von Coop Himmelblau und Lehrbeauftragter an der Universität für Angewandte Kunst Wien.
Von den vielen bescheidenen Spuren, die Wolfgang von Kempelen, Gelehrter und Beamter am Hof Maria Theresias, in der Geschichte hinterlassen hat, sind seine Sprechmaschine und sein schachspielender Androide die deutlichsten geblieben.
1769 präsentierte Kempelen einen mechanischen Schachspieler in orientalischem Kostüm. Der "Schachtürke" entwickelte sich zu einer der großen Sensationen des 18. Jahrhunderts und verhalf Kempelen noch zu Lebzeiten zu ambivalenter Prominenz, denn der barocke Schachcomputer war einer der charmantesten Bluffs der Technikgeschichte.
Kempelens Sprechmaschine hingegen folgte aufklärerischen Ideen und sollte Gehörlosen eine Stimme verleihen. Dabei war Kempelen davon überzeugt, dass sich die Konstruktion sprechender Maschinen am Vorbild des menschlichen Artikulationsapparats zu orientieren hätte. Kempelens 1791 erschienene Schrift über den Mechanismus der menschlichen Sprache zählt zu den Anfängen der Experimentalakustik.
Speaking without lips, thinking without brain ist eine Hommage an Kempelens Apparaturen. Medium des Vortrags ist unter anderem eine Box, die von Jakob Scheid konstruiert und gemeinsam mit den Autoren an der Universität für angewandte Kunst Wien entwickelt wurde. Inhalt der Box sind funktionierende Modelle der beiden Apparate. Die Box wird im Verlauf der Präsentation geöffnet, ihre Bestandteile werden zusammengesetzt und vorgeführt. Anhand der Funktionsweisen werden die Bedeutung, Geschichte und Rezeption der Kempelenschen Erfindungen von der Aufklärung bis heute diskutiert und beschrieben.
Kunstmuseum Liechtenstein in Kooperation mit der Hochschule Liechtenstein und der Universität für angewandte Kunst Wien
Ernst Strouhal, ao. Univ-Prof. an der Universität für angewandte Kunst in Wien, Autor und Publizist. Zuletzt ist in Buchform sein Essayband erschienen: Umweg nach Buckow. Bildunterschriften (2009). Er lebt und arbeitet in Wien.
Brigitte Felderer, Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin, Gastprofessorin an der Universität für angewandte Kunst Wien. Ausstellungen (u.a.) Wunschmaschine Welterfindung. Eine Geschichte der Technikvisionen seit dem 18. Jahrhundert, Kunsthalle Wien 1996; Rudi Gernreich. Fashion will go out of fashion, Steirischer Herbst 2000 / Institute of Contemporary Art Philadelphia 2001; Phanorama. Eine Kulturgeschichte der Stimme als Medium, ZKM Karlsruhe 2004/05; Sound of Art, Museum der Moderne Salzburg 2008 (gem. m. E. Louis); Zauberkünste, Nordico-Museum der Stadt Linz, Kulturhauptstadt Linz 2009
Jakob Scheid, österreichischer Künstler und Konstrukteur von Musikmaschinen. Er ist Mitbegründer des Ateliers für experimentelles Design „Produktgestaltung“ im Wiener WUK, freier Mitarbeiter von Coop Himmelblau und Lehrbeauftragter an der Universität für Angewandte Kunst Wien.