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Finance Forum 2026: Uni-Workshop beleuchtete die „Neue Realität“ der Finanzmärkte

Finance Forum 2026: Uni-Workshop beleuchtete die „Neue Realität“ der Finanzmärkte

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Das Finance Forum Liechtenstein, das am 29. April 2026 in Vaduz stattfand, gilt als führende Plattform für Entscheidungsträger der Finanzbranche. Auch in diesem Jahr war die Universität Liechtenstein prominent vertreten: Der Workshop der Professur für Innovative and Digital Finance unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Angerer zog grosses Interesse auf sich.

Unter dem Titel „Neue Realität an den Finanzmärkten: Digitale Assets, Stablecoins und ETFs“ zeigte das Team um Prof. Dr. Martin Angerer, Dr. Nicola Benigni und Dr. Wolfgang Schadner, wie diese drei Instrumente Investmentstrategien, Marktstrukturen und geldpolitische Rahmenbedingungen zunehmend prägen.

Digitale Assets: Mehr als nur Krypto

Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf der Entwicklung digitaler Assets zu einer eigenständigen, aber heterogenen Anlagekategorie. Prof. Angerer hob hervor, wie wichtig es für institutionelle Investoren ist, die unterschiedlichen Funktionen zu verstehen – von monetären Assets wie Bitcoin über Plattform-Ökosysteme bis hin zu tokenisierten Realwerten. Die neuen Anlageklassen bieten zwar innovative Renditequellen, doch die Experten warnten auch vor Herausforderungen. Diversifikationseffekte hängen oft vom Kontext ab und bleiben begrenzt. Zudem sorgen hohe Volatilität und regulatorische Unsicherheiten weiterhin für Risiken. Das Fazit der Forscher: Digitale Assets sind noch keine ausgereifte Anlageklasse, aber für institutionelle Investoren inzwischen zu bedeutend, um sie zu ignorieren.

Stablecoins: Die neue geldpolitische Kraft?

Ein weiterer Schwerpunkt des Workshops widmete sich den Stablecoins. Diese privaten, wertstabilen digitalen Geldformen gewinnen rasant an Bedeutung. Die Analysen der Universität Liechtenstein zeigten, dass Stablecoins besonders dann geldpolitisch relevant werden, wenn sie über die Kryptowelt hinaus als Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel etabliert werden. Sollte dies geschehen, könnten Stablecoins die geldpolitische Transmission, globale Kapitalflüsse und die Finanzstabilität erheblich beeinflussen – ohne klassische Zentralbankinstrumente wie den Leitzins vollständig zu ersetzen.

ETFs: Wie passives Kapital die Märkte umbaut

Auch Exchange Traded Funds (ETFs), traditionellere, aber stark wachsende Instrumente, standen im Fokus. Mit einem globalen Volumen von rund 20 Billionen US-Dollar prägen sie die Marktstruktur grundlegend. Der Workshop beleuchtete die zweischneidige Wirkung dieses Trends: Einerseits bieten ETFs Vorteile wie Kosteneffizienz, Transparenz und breiten Marktzugang.  Andererseits führt die Dominanz passiven Kapitals zu weniger Rebalancing im Markt. Dies verstärkt Preisreaktionen auf Kapitalflüsse – sogenannte Multiplikator-Effekte – und kann die Volatilität und Fragilität der Finanzmärkte erhöhen.

Strategisches Verständnis als Schlüssel

Der grosse Andrang beim Workshop zeigt, wie relevant diese Themen für den Finanzplatz sind. Die Universität Liechtenstein machte deutlich, dass digitale Assets, Stablecoins und ETFs zentrale Trends an der Schnittstelle von Investmentpraxis, Regulierung und Geldpolitik darstellen. Für Investoren und politische Entscheidungsträger wird es in dieser „neuen Realität“ entscheidend, diese Entwicklungen differenziert zu verstehen und ihre systemischen Auswirkungen strategisch einzuordnen.

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