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Geldwäsche im Visier: Universität Liechtenstein stärkt den Finanzplatz

Geldwäsche im Visier: Universität Liechtenstein stärkt den Finanzplatz

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Wie schützt sich ein Finanzplatz vor Kriminellen? Vom 4. bis 7. März 2026 hat die Universität Liechtenstein zum fünften Mal den Intensivkurs «Anti-Money Laundering» durchgeführt. Elf Expertinnen und Experten aus Praxis und Wissenschaft zeigten auf, wie Banken und Treuhänder illegale Geldflüsse stoppen können.

Kriminelle nutzen den legalen Wirtschaftskreislauf immer wieder aus, um Geld zu waschen oder Terrorismus zu finanzieren. Das schädigt nicht nur einzelne Unternehmen, sondern bedroht die Integrität des gesamten Finanzplatzes. Entsprechend wichtig ist eine effektive Abwehr, die auch den strengen Prüfungen des internationalen Gremiums MONEYVAL standhält. Wie sich die regulatorischen Anforderungen verschärfen – etwa durch das neue Geldwäscherei-Paket (AML) der EU –, erklärten Vertreter der FMA Liechtenstein und der LGT Bank gleich zum Auftakt des Kurses.

Künstliche Intelligenz trifft auf Kryptowährungen

In insgesamt elf Vorträgen spannten die Referenten den Bogen von der Theorie in die harte Praxis. Die Teilnehmenden erfuhren detailliert, wann sie bei Kunden Verdacht schöpfen müssen und welche rechtlichen Konsequenzen drohen, wenn sie ihre Meldepflichten ignorieren. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Arbeit der Compliance-Abteilungen rasant: Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen bieten heute neue Werkzeuge, um Risiken aufzuspüren. Auf der anderen Seite fordern Kryptowährungen die Ermittler und Prüfer mit völlig neuen Herausforderungen heraus.

Klare Regeln, harte Strafen

Ein Kernstück des viertägigen Kurses bildeten die strafrechtlichen Risiken. Praktiker des Fürstlichen Landgerichts und der Landespolizei beleuchteten die Strafbestimmungen des Sorgfaltspflichtgesetzes (SPG) und nahmen die Teilnehmenden mit auf eine «Tour d’horizon» aus Sicht der Ermittler. Kursleiterin Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, Inhaberin der Professur für Wirtschaftsstrafrecht, Compliance und Digitalisierung, vertiefte zudem das Unternehmensstrafrecht sowie den Kern-Paragrafen 165 zur Geldwäscherei im Strafgesetzbuch.

Der Intensivkurs entsteht einmal jährlich in enger Partnerschaft mit dem Liechtensteinischen Bankenverband, der Finanzmarktaufsicht Liechtenstein (FMA) und der Liechtensteinischen Treuhandkammer (THK).

Die nächste Durchführung ist für das Frühjahr 2027 angesetzt. Weitere Informationen finden Interessierte unter www.uni.li/aml.

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