Architekturstudierende entwickeln temporäre Notunterkünfte
Architekturstudierende entwickeln temporäre Notunterkünfte
Im Rahmen des Erasmus+ Projekts SocioEcoHoods setzten sich 48 Studierende und 5 Dozierende der Liechtenstein School of Architecture gemeinsam mit der Bergen School of Architecture mit Fragen des Wohnens und der Wohnungsunsicherheit auch in wohlhabenden Kontexten auseinander. In einem einwöchigen Workshop arbeiteten sie in internationalen Teams an der Schnittstelle von Entwurf, Konstruktion und sozialer Fragestellung.
Entwurf und Umsetzung
Ziel war es, architektonische, soziale und materielle Aspekte des Wohnens zu untersuchen. In internationalen Teams entwickelten die Studierenden experimentelle, temporäre und rückbaubare Shelter-Strukturen im Umfeld der Universität. Die Bauten wurden im Massstab 1:1 realisiert und von den Studierenden selbst genutzt. Sie sollten Schutz vor Witterung bieten, stabil und selbsttragend sein sowie möglichst aus wiederverwendbaren Materialien bestehen, die unter anderem aus dem Bauteillager ZirkuLIE in Triesen bezogen wurden.
Den Ausgangspunkt bildeten Inputs von Expertinnen und Experten aus Praxis und Sozialarbeit. Beiträge von Streetwork Liechtenstein, der Sozialaktivistin Janita Juvonen sowie dem Projekt „Dach überm Kopf“ aus Linz vermittelten Einblicke in die Lebensrealität obdachloser Menschen, Fragen sozialer Reintegration und die Bedeutung von Gestaltung im Kontext prekärer Wohnsituationen.
Perspektiven und Reflexion
Ergänzt wurde das Programm durch Exkursionen zu Einrichtungen und Projekten im Bereich sozialer Infrastruktur und nachhaltigem Bauen. Besucht wurden unter anderem die Caritas-Notschlafstelle in Feldkirch, das Unternehmen Lehm Ton Erde in Schlins sowie Initiativen der Kreislaufwirtschaft in Liechtenstein, darunter ZirkuLIE in Triesen und die Stiftung Lebenswertes Liechtenstein.
Auf Grundlage dieser Eindrücke setzten sich die Studierenden mit grundlegenden Fragen auseinander: Was bedeutet „Zuhause“? Welche Faktoren beeinflussen die Wahl eines Schlafplatzes? Und welchen Beitrag kann Architektur zu Sicherheit und sozialer Teilhabe leisten? Darauf aufbauend untersuchten sie ihre eigenen körperlichen und räumlichen Anforderungen als Ausgangspunkt für die Entwürfe.
Nach einer gemeinsamen Übernachtung in den gebauten Strukturen präsentierten die Studierenden ihre Projekte und Erfahrungen. Die temporären Bauten wurden anschliessend vollständig zurückgebaut.
Workshopbeschreibung «Gimme Shelter»
Dozierende: Cornelia Faisst (Hochschuldozentin LSA), Johannes Herburger (Postdoktorand LSA), Dominic Spalt (Praxisdozent LSA)