Architekturvortrag Werner Blaser WEST MEETS EAST - MIES VAN DER ROHE
Architekturvortrag Werner Blaser WEST MEETS EAST - MIES VAN DER ROHE
School/Professur:
Das Institut für Architektur und Raumentwicklung präsentiert:
THE ARCHITECTURE LECTURE SERIES 2010
Werner Blaser - *1924, Basel - Architekt, Designer und Publizist
Bau-Kunst als Lebenserfahrung
er. "Mein Leben ist in meinen Büchern dokumentiert", erklärt Werner Blaser lakonisch. Es sind sehr viele Bücher, die der 83-jährige Basler Architekt und Designer, Fotograf und Autor geschrieben wie auch gestaltet und mit denen er sich in der Fachwelt einen Namen gemacht hat. Vor kurzem ist sein 104. erschienen, "Tadao Ando: Bauen in die Erde / Sunken courts". Der schlanke, weisshaarige und stets in Schwarz gekleidete Mann hat sich mit Architektur nicht nur auseinander-, sondern sich auch für sie eingesetzt. Dass Basel sich heute nebst anderen auch das Label "Architekturstadt" anheften kann, hat sie nicht zuletzt einer Initiative von Blaser zu verdanken: Er rief anno 1980 die "Basler Architektur-Vorträge" ins Leben; die Liste der Teilnehmer liest sich wie ein "Who is who" der internationalen Architekturszene, und sie lösten auch bei einem breiteren Publikum ein landesweit anhaltend grosses Interesse an moderner Architektur aus.
"Ich wollte etwas lernen, das mir eine Weiterentwicklung ermöglichte", sagt Blaser, sich an seine Anfänge erinnernd. Also erlernte er in Basel den Beruf eines Schreiners, besuchte anschliessend die Gewerbe- und die Kunstgewerbeschule. Dann, eben 25 Jahre alt, fuhr er nach Skandinavien, allein, per Velo, besuchte Freilichtmuseen und skizzierte die Gebrauchsgegenstände der Landbevölkerung. In Stockholm lernte er den finnischen Architekten Alvar Aalto kennen, ein paar Monate später arbeitete er als Praktikant in dessen Atelier in Helsinki. Es war Blasers Einstieg in die Welt der Gestaltung, in der er 1955 und 1957 am Concorso Internazionale del Mobile in Cantù (Italien) die ersten Auszeichnungen für die von ihm gestalteten Möbel erhielt.
Auf seinem Ausbildungsweg kreuzten weitere namhafte Architekten und Gestalter seinen Weg. Er machte Station bei Aldo van Eyck in Amsterdam und reiste anschliessend nach Chicago, wo er am damaligen "New Bauhaus" und am "Illinois Institute of Technology" (IIT) studierte und wo er ein neues Talent entdeckte: das Fotografieren. Seither gehören nebst Skizzenblock und -stift auch Kamera und Stativ zu Blasers Ausstattung auf seinen Reisen in alle Himmelsrichtungen. Am IIT in Chicago lehrte damals auch der deutsche Architekt Ludwig Mies van der Rohe. Zu ihm wie zur Stadt entwickelte Blaser eine intensive Beziehung: 23 Bücher hat er allein über die Chicagoer Architektur geschrieben, 15 davon befassen sich mit dem Werk von Mies van der Rohe. "Seine Architekturprinzipien stimmen mit den jahrtausendealten Bauregeln Chinas und Japans überein: Material, Konstruktion, Proportionen, Raum und Kunst sind in ihrem Zusammenspiel objektive Kriterien für die Architektur."
Auszug aus dem Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung, 20. September 2007
Abgerufen am 25.3.2010
THE ARCHITECTURE LECTURE SERIES 2010
Werner Blaser - *1924, Basel - Architekt, Designer und Publizist
Bau-Kunst als Lebenserfahrung
er. "Mein Leben ist in meinen Büchern dokumentiert", erklärt Werner Blaser lakonisch. Es sind sehr viele Bücher, die der 83-jährige Basler Architekt und Designer, Fotograf und Autor geschrieben wie auch gestaltet und mit denen er sich in der Fachwelt einen Namen gemacht hat. Vor kurzem ist sein 104. erschienen, "Tadao Ando: Bauen in die Erde / Sunken courts". Der schlanke, weisshaarige und stets in Schwarz gekleidete Mann hat sich mit Architektur nicht nur auseinander-, sondern sich auch für sie eingesetzt. Dass Basel sich heute nebst anderen auch das Label "Architekturstadt" anheften kann, hat sie nicht zuletzt einer Initiative von Blaser zu verdanken: Er rief anno 1980 die "Basler Architektur-Vorträge" ins Leben; die Liste der Teilnehmer liest sich wie ein "Who is who" der internationalen Architekturszene, und sie lösten auch bei einem breiteren Publikum ein landesweit anhaltend grosses Interesse an moderner Architektur aus.
"Ich wollte etwas lernen, das mir eine Weiterentwicklung ermöglichte", sagt Blaser, sich an seine Anfänge erinnernd. Also erlernte er in Basel den Beruf eines Schreiners, besuchte anschliessend die Gewerbe- und die Kunstgewerbeschule. Dann, eben 25 Jahre alt, fuhr er nach Skandinavien, allein, per Velo, besuchte Freilichtmuseen und skizzierte die Gebrauchsgegenstände der Landbevölkerung. In Stockholm lernte er den finnischen Architekten Alvar Aalto kennen, ein paar Monate später arbeitete er als Praktikant in dessen Atelier in Helsinki. Es war Blasers Einstieg in die Welt der Gestaltung, in der er 1955 und 1957 am Concorso Internazionale del Mobile in Cantù (Italien) die ersten Auszeichnungen für die von ihm gestalteten Möbel erhielt.
Auf seinem Ausbildungsweg kreuzten weitere namhafte Architekten und Gestalter seinen Weg. Er machte Station bei Aldo van Eyck in Amsterdam und reiste anschliessend nach Chicago, wo er am damaligen "New Bauhaus" und am "Illinois Institute of Technology" (IIT) studierte und wo er ein neues Talent entdeckte: das Fotografieren. Seither gehören nebst Skizzenblock und -stift auch Kamera und Stativ zu Blasers Ausstattung auf seinen Reisen in alle Himmelsrichtungen. Am IIT in Chicago lehrte damals auch der deutsche Architekt Ludwig Mies van der Rohe. Zu ihm wie zur Stadt entwickelte Blaser eine intensive Beziehung: 23 Bücher hat er allein über die Chicagoer Architektur geschrieben, 15 davon befassen sich mit dem Werk von Mies van der Rohe. "Seine Architekturprinzipien stimmen mit den jahrtausendealten Bauregeln Chinas und Japans überein: Material, Konstruktion, Proportionen, Raum und Kunst sind in ihrem Zusammenspiel objektive Kriterien für die Architektur."
Auszug aus dem Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung, 20. September 2007
Abgerufen am 25.3.2010