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SEDAN Installation des 1. Semesters Bachelor WS 09-10

SEDAN Installation des 1. Semesters Bachelor WS 09-10

"Die Sänftenprojekte aus Petflaschen, Leder und Stoff bildete den Anfang einer architektonischen Reise, deren Ziel es ist, die Studierenden des 1. Semesters von tradierten Sehgewohnheiten zu lösen und neuen Aspekten des Betrachtens, Analysierens und Konstruierens zu öffnen. Die performanceartige Installation im Foyer der Hochschule Liechtenstein soll den objekthaften Charakter der Sänften durch die "Inbesitznahme" der Besucher um die Komponente Raum und Belastbarkeit erweitern."

Prof. Dipl. Arch. ETH Urs Meister


Das gesamte Wintersemester 2009-10 steht unter der Prämisse eines Labors. In diesem Labor werden in wöchentlichen Schritten verschiedene von den Studierenden erstellte Raumgebilde seziert, auf ihre Ingredienzien untersucht und weiter bearbeitet. Mit diesem Einstieg in das konstruktive Entwerfen begeben wir uns auf einen ‚Materiellen Pfad'. Wir versuchen dem Handwerk der Architektur in mehreren konzeptionellen Schritten näher zu kommen. Wir werden zu Forschern und nutzen Experimentreihen, um prototypische Lösungen zu erarbeiten. Dabei wird uns das Material führen: Auf der Suche nach seinen inneren Eigenschaften werden wir mit dem Bearbeiten seine Beschaffenheiten erkunden. Durch diesen physischen Prozess bauen wir einen materiellen und tektonischen Fundus auf und werden schliesslich ein Gehäuse entwerfen und es bis in den Massstab 1:1 durchdenken.

Den Start in das Semester - den Auftakt zum ‚Materiellen Pfad' - bildete die Herstellung einer Sänfte für eine Person aus Petflaschen im Rahmen eines 6-stündigen Workshops. Die ca. 3500 von der Firma ALPLA kostenlos zur Verfügung gestellte Petflaschen wurde im Atelier mit Kupfer- und Stahldrähten, welche von der Firma Nägelebau gesponsert wurden, zu einer räumlichen Sänfte verarbeitet und experimentell auf Formbarkeit, Verbindungsmöglichkeiten sowie Belastbarkeit getestet. In einem nächsten Schritt wurden in einem zweitägigen Workshop die Sänftenprojekte bei der Möbelmanufaktur ZÜCO in Rebstein, Schweiz, mit Stoff und Leder weiterbearbeitet. Damit waren Rahmenbedingungen geschaffen, die sich unmittelbar auf die Gestaltung auswirkten. In 13 Viererteams entstanden sehr unterschiedliche Sänften mit individuellen Details, die ein breites Spektrum an Tragen, Fortbewegen, Sitzen, Kauern, Lümmeln, Lehnen und Liegen ermöglichen und damit die Interaktion und die Kommunikation der Sitzenden und Tragenden unmittelbar beeinflussen.
Das Institut für Architektur und Raumentwicklung der Hochschule Liechtenstein präsentiert in Ausstellungen in der Regel ausgewählte Abschlussarbeiten. Die performanceartige Installation im Foyer ist hingegen ein Experiment und zeigt die ersten Schritte von Neulingen auf dem Weg zu einer kreativen Profession in Form eines "work in progress". Testen Sie die Sänftenprojekte auf Ihre Tauglichkeit und lassen Sie sich von den Studierenden den Herstellungsprozess und die Entwurfsideen erläutern!

Prof. Urs Meister, Ass. Carmen Rist-Stadelmann, Doz. Lukas Felder
02 Dez
Zeit und Ort
20.11. - 02.12 im Foyer der Hochschule LIechtenstein