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Architektur-Filmreihe PLAYTIME

Architektur-Filmreihe PLAYTIME

Regie: Jacques Tati (1968) Originalfassung mit dt. Untertiteln. Länge 120 min.

Kurzpräsentation: Hugo Dworzak (Hochschule Liechtenstein)

Der Film spielt in einem für die 1960er Jahre futuristisch wirkenden Paris, das nur noch aus einheitlichen Glas- und Stahlkonstruktionen besteht. Die Filmfigur Monsieur Hulot - wie in seinen anderen Filmen wiedergegeben durch Jacques Tati selbst - ist auf der Suche nach einem Monsieur Giffard. Er sucht ihn in seinem Büro auf, aber durch eine Vielzahl von Missgeschicken verpassen sie sich ständig.

Hulots Weg kreuzt sich dabei immer wieder mit einer Busreisegruppe, die Paris besucht und dabei nur in dieser Hochhauswelt herumgeführt wird, die überall sonst auch nicht nur stehen könnte, sondern schon wirklich steht, wie in einem Reisebüro anhand der Werbefotografien zu erkennen ist: Jedes Reiseziel wirbt mit dem gleichen Hochhausfoto, das nur durch einige touristische Versatzstücke aufgehübscht wird. Die moderne Welt gleicht sich bis zur Austauschbarkeit.

Die Modernismuskritik ist ein immer wiederkehrendes Merkmal der Filme Tatis, in Playtime aber feiert sie einen Höhepunkt. Vor allem die Unpersönlichkeit, Konformität und Sterilität der Moderne wird kritisiert, etwa gleich am Anfang, wenn ein chromschimmerndes Gebäude einem Krankenhaus gleicht und erst später eindeutig als Flughafen zu identifizieren ist. Durch die Monotonie der Räume wird die Konzentration auf unvermeidliche Geräusche gelenkt. In der Gleichförmigkeit sind es vor allem die von den Menschen verursachten Töne, die den angestrebten Futurismus der Architektur durch die ihnen innewohnende Komik auflösen. Dass die Moderne wohl schließlich auch diesem Problem abhelfen wird, ist auf einer Möbelausstellung zu sehen. Das erste Unternehmen wirbt bereits mit einem Material, das keinerlei Geräusch mehr verursacht. Selbst wütendes Türenknallen bleibt so ungehört.

„Playtime ist mit nichts zu vergleichen, was bereits im Kino zu sehen war. Ein Film von einem anderen Planeten, wo man andere Filme dreht.“ ( François Truffaut)


Für ArchitekturstudentInnen:
Der Besuch von 2 Filmen wird wie der Besuch eines Vortrags angerechnet.

Ermässigter Eintritt für Arch-StudentInnen: 10.- Chf
Eintritt normal: 13.- Chf

Kooperation zwischen der Hochschule Liechtenstein / Institut für Architektur und Raumentwicklung & Filmclub Takino / Schaan

16 Dez
Zeit und Ort
16.12.2009, 18.30 Uhr im Takino Schaan