Zum Hauptinhalt wechseln

Fotografie - Illusionsraum und kritischer Raum

Fotografie - Illusionsraum und kritischer Raum

In den vergangenen 20 Jahren hat sich das Verhältnis zwischen Architektur und Kunst grundlegend verändert. Seit ganze Innenräume von Museen und Kunsthallen hinter künstlerischen Installationen verschwinden, lassen sich Kunstwerke durchaus auch als temporäre Architektur betrachten. Manchmal fällt es auf den ersten Blick schwer, als Betrachter zwischen Architektur und Kunstwerk noch zu unterscheiden. Diese Entwicklung hat auch zu neuen Herausforderungen auf dem Gebiet der Museumsarchitektur geführt. Ein herausragendes und viel beachtetes Beispiel dieses Zusammenspiels zwischen Architektur und Kunst stellt das Kunsthaus Bregenz dar, das 1997 am Ufer des Bodensees von Peter Zumthor erbaut wurde.

Kaum ein anderes Kunsthaus im deutschen Sprachraum ist gleichermassen zur Pilgerstätte für ein architektur- wie auch kunstbegeistertes Publikum geworden. Eine zentrale Rolle bei dem Blick auf das Thema kommt der Fotografie zu, die als Dokumentations- und Repräsentationsmedium von Architekten, Tourismusverantwortlichen und der Institution Kunsthaus gern benutzt wird. Im Seminar haben wir uns der Darstellung des Kunsthauses Bregenz als mediale Erscheinung in verschiedenen Printmedien kritisch auseinandergesetzt. Anhand ausgewählter Beispiele aus der Fotogeschichte werden ausserdem enge Verbindungen zwischen Architektur und Fotografie aufgezeigt. Eine Exkursion zur Architekturzeitschrift "hochparterre" nach Zürich ermöglichten ausserdem einen persönlichen Austausch mit Redaktoren zur Frage der Verwendung und Auswahl von Architekturfotografie in den Printmedien. Die von den Studierenden entwickelten redaktionellen Beiträge zeigen nun die spannende Bandbreite der individuellen fotografische Auseinandersetzung im Kontext des Seminars auf.