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Forschungskolloquium Wirtschaftsinformatik

Forschungskolloquium Wirtschaftsinformatik

Dozierende:
Dr. Birgit Hofreiter
Prof. Dr. Stefan Seidel
Abstract: Ass. Prof. Dr. Birgit Hofreiter

Die zunehmende Digitalisierung des Geschäftsverkehrs führt dazu, dass Geschäftsdokumente auf elektronischem Wege ausgetauscht werden. Dabei reden wir nicht von PDF Dokumenten, sondern über Dokumente in einem strukturierten, maschinen-verarbeitbaren Format (z.B. XML). Dadurch können die Dokumente ohne manuelle Bearbeitung automatisch in ein Informationssystem übernommen werden.
Um Geschäfte miteinander abzuwickeln, müssen üblicherweise mehrere unterschiedliche Dokumente ausgetauscht werden. Daher ist die Abfolge, in der die Dokumente ausgetauscht werden, von Bedeutung. Ein interorganisationaler Geschäftsprozess aus globaler Sicht beschreibt den Prozess, der zwischen den Partnern stattfindet, aus der Sicht eines neutralen Beobachters. Jedoch werden durch das Senden und Empfangen von Dokumenten auch � für die anderen Partner nicht sichtbare � lokale Aktivitäten in den internen Geschäftsprozessen angestossen. Dabei ist es wichtig, dass der interne Geschäftsprozess aus lokaler Sicht eines beteiligten Partners mit jenen der anderen Partner entsprechend der Vorgaben des globalen Prozesses verschränkt wird.
Birgit Hofreiter war an der Entwicklung � im Rahmen der Standardisierungsbestrebungen der Vereinten Nationen � einer Methode zur Beschreibung globaler Geschäftsprozesse (UMM) beteiligt. Zusätzlich entwickelte sie eine angelehnte Methode, die die globalen Vorgaben in der Gestaltung der lokalen Geschäftsprozesse berücksichtigt, um so eine konsistente Sicht von globaler und lokaler Sicht zu garantieren.
Um eine möglichst breite Unterstützung von interorganisationalen Geschäftsprozessen zu ermöglichen, erarbeitete Birgit Hofreiter ein Konzept zur Veröffentlichung der Geschäftsprozesse in einer sogenannten Registry. Somit können potentielle Geschäftspartner einfach an notwendige Informationen gelangen, wie z.B. welcher Geschäftspartner unterstützt denselben globalen Geschäftsprozess wie ich, aber in der komplementären Rolle, wo und wie kann ich seine elektronischen lokalen Dienste ansprechen, etc.



Abstract: Ass. Prof. Dr. Stefan Seidel

Geschäftsprozesse unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. In Unternehmen verschiedener Branchen finden wir sowohl gut wohlstrukturierte, wiederholbare Produktions- oder Verwaltungsprozesse als auch wissensintensive und sogar kreative, von großer Unsicherheit geprägte, Prozesse. Während ein gut strukturierter Verwaltungsprozess in vielen Fällen automatisiert werden kann, verlangen beispielsweise Forschungs- und Entwicklungsprozesse ein hohes Maß an Flexibilität und Autonomie. Das ganzheitliche Management von Geschäftsprozessen � von der Analyse über die Verbesserung und die kontinuierliche Kontrolle � setzt folglich ein gutes Verständnis der Eigenschaften und des Kontextes des jeweiligen Prozesses voraus.
Im Rahmen des Vortrages diskutiert Stefan Seidel (Assistenzprofessor am Hilti Lehrstuhl für Business Process Management) Geschäftsprozesse, die insbesondere durch ein hohes Maß an Kreativität gekennzeichnet sind. Dazu wird eine Theorie kreativitätsintensiver Prozesse vorgestellt, die auf Basis von Fallstudien in der Filmindustrie entwickelt wurde. Insbesondere werden die Implikationen und die Relevanz dieser theoretischen Basis für die Praxis des Geschäftsprozessmanagements diskutiert. Das Themengebiet wird weiterhin in den Kontext der Forschungsvorhaben des Instituts für Wirtschaftsinformatik eingeordnet und ein Ausblick auf laufende und zukünftige Forschungsvorhaben wird gegeben.
15 Mai