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Wenn Maschinen das Portfolio mitgestalten

Wenn Maschinen das Portfolio mitgestalten

Referent Peter Hecht

Kann Machine Learning bessere Aktienportfolios zusammenstellen? Dieser Frage ging Dr. Peter Hecht von AQR Capital Management bei der 62. After-Work Lecture der Universität Liechtenstein und der CFA Society Liechtenstein nach. Seine Antwort: Ja, aber nicht ohne ökonomisches Urteilsvermögen.

Algorithmen, die Märkte lesen und Anlageentscheidungen beeinflussen: Was nach Zukunftsmusik klingt, gehört in der Vermögensverwaltung längst zum Alltag. Wie weit Machine Learning tatsächlich trägt, zeigte Dr. Peter Hecht am 30. September im Auditorium der Universität Liechtenstein. Der Managing Director und Leiter der North America Portfolio Solutions Group bei AQR Capital Management vereint Erfahrung aus Wissenschaft und Praxis: Er promovierte an der University of Chicago bei Nobelpreisträger Eugene Fama, lehrte als Assistant Professor an der Harvard Business School und führte Teams im Portfolio-Management.

In seinem Vortrag zeigte Hecht, wie Machine Learning beim Market Timing, im Factor Investing, bei der Aktienauswahl und in der Portfolio-Konstruktion hilft – und wo die Grenzen liegen.

Ökonomisches Urteil bleibt unverzichtbar

Machine Learning kann Investitionsentscheidungen verbessern, ersetzt aber nicht das ökonomische Urteilsvermögen, betonte Hecht. Gerade im Finanzwesen sind die Datenmengen begrenzt, die Daten oft verrauscht und die Zusammenhänge an den Märkten ständig im Wandel. Ohne fundierte ökonomische Intuition lassen sich Modelle kaum sinnvoll entwickeln.

Entscheidend bleibt die Qualität der Signale. Selbst ausgefeilte Modelle verlieren an Leistungsfähigkeit, wenn schwache oder verrauschte Variablen einfliessen. Wer mit Machine Learning arbeitet, muss daher auf ökonomisch sinnvolle Eingangsgrössen setzen.

Wo die Stärken liegen

Ihren Mehrwert entfalten die Methoden laut Hecht vor allem dort, wo nicht-lineare Zusammenhänge bestehen, die herkömmlichen Ansätzen oft entgehen. Viele dieser Techniken sind zwar nicht neu. Erst Fortschritte im Cloud-Computing ermöglichen es, sie effizient und im grossen Massstab zu testen und einzusetzen.

Sein Fazit: Der leistungsfähigste Investmentprozess verbindet ökonomische Intuition mit statistischer Expertise. Finanzwesen sei Kunst und Wissenschaft zugleich, und die besten Ergebnisse entstünden dort, wo beides zusammenkommt.

Dialog zwischen Wissenschaft und Finanzplatz

Das Publikum aus Praxis und Studium nutzte die Gelegenheit für zahlreiche Fragen und eine lebhafte Diskussion, die beim anschliessenden Apéro weiterging. Die After-Work Lectures organisiert die Professur für Innovative and Digital Finance der Universität Liechtenstein gemeinsam mit der CFA Society Liechtenstein. Die Reihe bringt regelmässig internationale Expertinnen und Experten nach Vaduz und fördert den Austausch zwischen Forschung und Finanzplatz.

Referent Peter Hecht